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Cream nina schedlmayer

Zenita Komad, 1980 geboren, ist die vielleicht erfolgreichste österreichische Künstlerin unter 30. Die
Pariser Galerie Suzanne Tarasiève hat sie für eine Präsentation in der „ZONE1“ auf der „Viennafair“, der
Wiener Kunstmesse, ausgewählt.

So häufig kommt es nicht vor, dass eine Künstlerin ihres
Alters bereits eine Galerievertretung vorzuweisen hat. Oder
eine quer durch die österreichische Medienlandschaft besprochene
Kunstaktion. Zenita Komad ist die vielleicht derzeit
erfolgreichste Künstlerin unter 30 in Österreich. Das Label
„Nachwuchshoffnung“ passt auf die 1980 in Klagenfurt geborene
Komad längst nicht mehr.
Nun wurde sie von der Pariser Galerie Suzanne Tarasiève für
eine Präsentation auf der Viennafair nominiert: In der
„ZONE1“ werden Arbeiten junger Künstler gezeigt, von
denen einer oder eine nach Juryentschluss später in der „Factory“
des Wiener Mumok ausstellen soll. Komad wird von
insgesamt drei Galerien, die auf die Messe kommen, vertreten:
Neben Suzanne Tarasiève sind dies die Wiener Galerie
Krinzinger und die Regina Galerie aus Moskau, die nicht nur
ihre Arbeiten verkaufen, sondern sie auch selbst dabei unterstützen,
Kontakte zu hochkarätigen Sammlern, zu einflussreichen
Personen im Museums- und Ausstellungswesen zu
knüpfen – wichtige Erfolgsfaktoren für junge Künstler.
Wenn man Zenita Komad in ihrer Atelierwohnung besucht
und mit ihr über ihre Kunst spricht, dann vergeht die Zeit wie
im Flug. Eine Art Kartenhaus aus Leinwänden möchte sie
bauen für die Messe, erzählt sie lebhaft, ähnliche habe sie
schon gezeigt, etwa im Kunsthaus Graz oder ihrer Pariser
Galerie. Ihre Malerei, meint sie nachdenklich, sei „keine strategische.
Ich halte fest, ich notiere.“ Das Material dafür
schöpft Komad aus einem reichhaltigen Reservoir: Da findet
sich einmal das faltenzerfurchte, schelmisch grinsende
Gesicht der Bildhauerin Louise Bourgeois, dann wieder eine
distanzierte Maria Callas; ein Selbstportrait – und zahllose
Schriftbilder, für die Komad witzige Sprüche („Am eigenen
Misthaufen ist jeder Hahn tapfer“) ebenso verwendet wie
Kommentare über Religionen: “Religion is dangerous“, sagt
eines ihrer Bilder, und die Buchstaben purzeln in Kreuzform
durcheinander. „Ich zweifle“, sagt Komad, „alles Ideologische
an.“ Nicht nur die Religion, auch die Psychoanalyse und ihre
Väter - sowie die Leidensfähigkeit im Allgemeinen und im
Speziellen.Wo andere Wunden sehen, sieht sie Sinnlichkeit –
etwa in den Brüsten, aus denen rote Farbe spritzt, eine ihrer
älteren Arbeiten.
Komad arbeitet gerne alleine im Atelier – ebenso gerne aber
kooperiert sie mit anderen. So engagierte sie etwa Ignaz
Kirchner, nicht nur für eine Videoarbeit, sondern auch für
ihre viel besprochene „Operation Capablanca“ - eine
„Schachoper“, die sie 2005 in der Kunsthalle Wien aufführte.
Sie habe, so erzählt sie, „Kontakte immer gesucht.“ Und als
Tochter einer Opernsängerin sei sie „im Theater aufgewachsen,
in einer familiären Struktur.“ Vielleicht ist Komad deswegen
so eine gute Networkerin.
Das nächste halbe Jahr wird Komad in L. A. verbringen – sie
hat eines der begehrten Schindler-Stipendien, die vom
Museum für Angewandte Kunst vergeben werden. Ihre
Fähigkeit, Netzwerke zu schaffen, wird ihr dort erneut zugute
kommen.