Best of Austria
Eine Kunstsammlung
Ein Projekt für
Linz 2009, Kulturhauptstadt Europas
Kurator: Stella Rollig
Wie kommt die Kulturhauptstadt Europas zu einer Kunstsammlung, die ihrer würdig ist? Ganz einfach: Sie geht sammeln.
Eine
Hauptstadt - und sei es auch bloß für ein Jahr - braucht eine
Kunstsammlung, die diesem Rang und der damit verbundenen Erwartung an
nationale Repräsentation entspricht. Indessen: Woher nehmen, wenn nicht
stehlen? Also sind das Lentos Kunstmuseum und Linz09 sammeln gegangen
mit der Bitte, der Kulturhauptstadt großzügig zu helfen, ihre Rolle
würdig zu erfüllen.
Mit dem Resultat, dass sich knapp hundert
Spitzenwerke aus österreichischen Sammlungen in der Kulturhauptstadt
Linz zusammenfinden. Über dreißig österreichische Museen, Stiftungen
und Unternehmenskollektionen von Wien bis zum Bodensee stellen je drei
Werke zur Verfügung. Quer durch sämtliche Stilrichtungen und mehrere
Jahrhunderte fokussieren die Exponate den Blick auf den vielfältigen
Kunstbesitz des Landes.
Die ideale Sammlung, als Summe
unterschiedlicher Potenziale. Gibt es so etwas? Und wie könnte eine
solche Sammlung aussehen? Was sind die Kriterien der Auswahl? Nach
welchen Maßstäben wird die Qualität von Kunst bestimmt?
Ganz bewusst
wurde die Auswahl an die TeilnehmerInnen delegiert: Sie wurden um ihre
eigene Entscheidung gebeten, um die ihnen adäquat erscheinende
Vermittlung des Profils ihrer Häuser und Bestände zu ermöglichen.
Ab dem Neujahrstag 2009 wird über vier Monate lang im Lentos
präsentiert, wie eine ideale Kunstsammlung aussehen könnte, als
temporäre, spielerische Versuchsanordnung. Wie bei den meisten
Sammlungen ist auch diese Zusammenstellung vom Zufall geprägt, von
persönlichen Vorlieben, finanziellen und räumlichen Möglichkeiten.
BEST OF AUSTRIA legt
Zeugnis davon ab, wie divers und kontingent sich Kunstwerke zu
Ensembles fügen und welche Rolle die harmonisierende Kraft der
Institution Museum spielt. Gemeinsam ist den gezeigten Werken die hohe
Qualität eines im weitesten Sinne nationalen Eigentums.
BEST OF AUSTRIA erzählt
eine Geschichte der Schaulust und stößt eine Debatte über Maßstäbe und
Kriterien von "Best of" an. Sind es die teuersten, die bekanntesten,
die meist publizierten Bilder und Objekte, die stellvertretend in Linz
gezeigt werden? Sind es die Favoriten von DirektorInnen und
SammlungsleiterInnen, die unbekannte Schätze ins Licht stellen wollen?
Wenn
sich in diesem Spannungsbogen trefflich streiten lässt über Auswahl,
Qualität, die Repräsentation "nationalen Eigentums" und was das
sogenannte "kulturelle Erbe" bedeutet - umso besser.
Teilnehmende InstitutionenAlbertina,
Belvedere, Burgenländische Landesgalerie, Essl Museum, EVN Sammlung,
Gemäldegalerie der Akademie der bildenden Künste Wien, Kontakt. The Art
Collection of Erste Bank-Group, Kunsthaus Bregenz, Kunsthistorisches
Museum, Landesmuseum Joanneum: Alte Galerie / Neue Galerie, Leopold
Museum, Liechtenstein Museum, MAK - Österreichisches Museum für
angewandte Kunst / Gegenwartskunst, MUMOK Museum moderner Kunst, MUSA -
Museum auf Abruf, Museum der Moderne Salzburg, Museum moderner Kunst
Kärnten, Niederösterreichisches Landesmuseum, Oberösterreichische
Landesmuseen, Österreichisches Filmmuseum, Salzburg Museum - Neue
Residenz, Sammlung T-Mobile Austria, Sammlung Verbund, Stift Admont -
Museum für Gegenwartskunst, STRABAG Kunstforum, Tiroler Landesmuseum
Ferdinandeum, Vorarlberger Landesmuseum, Wien Museum